Warum erscheint so häufig die Figur des Münchener Kindls auf Krügen?
Die Bierstadt München (der Name "München" kommt sehr wahrscheinlich von den "Mönchen", denn die ersten bedeutenderen Ansiedlungen waren Kloster..) trägt im Wappen das Münchener-Kindl. Es ziert den Siegel-Stempel, die Rathausspitze und z.B. zahlreiche gusseiserne Kanaldeckel in der Stadt. Nach der Jahrhundertwende entwickelte sich die Figur zu einem der beliebtesten Motive auf Postkarten und Andenken-Krügen aus München. Sogar eine Brauerei mit dem Namen gab es von 1880 bis 1905, die Münchener Kindl-Brauerei (Bräu) hieß und ein fesches Kindl als Logo hatte. Ursprünglich stellte das Kindl einen noch sehr jungen Mönch dar, der aber spätestens ab 1920 aus Gründen der Gefälligkeit von den Brauereien (oder correctness, sex sells?) im Gesicht zum hübschen Fräulein umgestaltet wurde. Das rot-beschuhte Kindl hält mit der linken Hand im Sinne der Stadt ein Gesetzbuch zum Treue-Eid hoch, im Sinne der Brauereien aber rechts einen großen Bierkrug, oft mit den Intitialien HB wie Hofbräu und in der linken Hand hier meist einen Bund vom weissen Rettich, der im letzten Jahrhundert ein häufiger kulinarischer Begleiter zur Erfrischung beim Biergenuss war. Heute wird der Rettich in den Münchner Biergärten eher durch Radieschen ersetzt, das ist handlicher und optisch ansprechender. Das Münchener Kindl, ein auserwähltes, junges Fräulein gebürtig in München, darf jedes Jahr zum Einzug der Wiesenwirte, bzw. Trachten- und Schützenumzug auf einem Pferd reitend das Kindl personifi"zieren".



