Model-Krüge stehen für die erste Massenfertigung von kunsthandwerklichen Bierkrügen. Dafür wurden (z.B.dreiteilige) Messingformen verwendet, in denen der Ton durch den Press-Abdruck der Form (=Model) ein erhabenes 3D-Relief erhielt. Im Handel wurden sie unter dem Namen "Regensburger (Model-) Krug" angeboten, seltener sprach man ausserhalb der Branche auch von "Gepressten Kännchen". Da die wenigsten tatsächlich aus der Regensburger Fabrik von Fritz Thenn stammten, meidet man heute die irreführende Bezeichnung mit der Ortsangabe. Die damals neuartige Fertigungstechnik war aus der Fertigungsweise von Walzenkrügen und der Porzellanherstellung abgeleitet. So konnten exakt gleiche Abdrücke bzw. identische Krüge mit relativ geringem Aufwand und somit zum geringen Preis erzeugt werden, so lange die Form nicht zu sehr abgerieben war und damit das Relief undeutlich wurde. Die fertig gebrannten Model-Krüge wurden noch mit Zinndeckeln ausgestattet und von den ca. 15 verschiedenen deutschen Steinzeug Herstellern, in großer Stückzahl im Zeitraum von 1855 bis ca. 1905 angeboten. Die Relief-Motive selbst waren entsprechend im Historismus verwurzelt, meist Gasthaus- und Trink-Szenen, Sagengestalten (König Gambrinus, Wilhelm Tell), Sehenswürdigkeiten und geläufige historische Begebenheiten wurden thematisiert. Das Steinzeug wurde nur farblos salzglasiert und blieb je nach Brennverfahren grau bis grau-braun.































































